Medikamentenabgabe TITEL

e-Rezept: Zu wenig Lesegeräte in Apotheken – Medikamentenabgabe beim Arzt?

Nachdem sich die Ärzteschaft bereits intensiv auf das papierlose „e-Rezept“ von der Verschreibung bis zur Abgabe in den Apotheken vorbereitet hat und in Hard- und Software investiert hat, scheint das Vorzeigeprojekt nun gescheitert. Die Apotheken seien noch nicht darauf vorbereitet, heißt es sinngemäß in einem nun aufgetauchten internen Papier der Sozialversicherungen.

Die bereits in manchen Gebieten papierlose Medikamentenverschreibung hat sich in der Pandemie bewährt und sollte nach dem vorläufig vorgesehenen Ablaufdatum bereits ab 1. April 2022 lückenlos auf das gesamte Bundesgebiet ausgerollt werden. Nun spießt es sich. Laut einem Schreiben des Dachverbands der Sozialversicherung, seien die Apotheken noch nicht ausreichend mit den nötigen Kartenlesegeräten ausgestattet. „Es ist unverständlich, dass der seit langem bekannte Plan der digitalen, papierlosen Medikamentenabgabe nicht umgesetzt werden kann, und es bei unseren Partnern seitens der Apotheker hakt“, ärgert sich Dr. Max Wudy, Kurienobmann der Niedergelassenen Ärzte und Spitzenkandidat von Hausarzt:konkret. Damit werden die Erkenntnisse aus der Pandemie sowie die Fortschritte und Erleichterungen für die Patientenschaft in Sachen Therapie, ad absurdum geführt. „Diese unnötigen Verzögerungen halten das System auf und blockieren die Arbeit der Ärzteschaft.“ In der Ärzteschaft sei man „sauer“, wobei das noch verharmlost ausgedrückt sei.

Immerhin haben sich die Ordinationen bereits auf das e-Rezept umgestellt und nötige Investitionen und Schulungen vorausgeleistet.

Dr. Gregor Skorjanz (Die Niedergelassenen/IGMed/ARGUS/Hausarzt:konkret) sieht sich in seiner bisherigen Forderung bestätigt: „Da hilft nur mehr die direkte ärztliche Medikamentenabgabe! Wenn jeder Arzt eine Hausapotheke hat, gibt es das ganz Organisationschaos nicht und oft schwer kranke Patienten sparen sich beschwerliche Wege!“

Seitens der Pharmabetriebe würden laut PharmGK noch bis zu 7.000 Geräte benötigt. Damit wären alle „Taraplätze, das Nachtfenster und das Backoffice mit einem Kartenleser ausgestattet“ heißt es sinngemäß in dem Schreiben. Wielange es benötigt und wieviele der benötigten Geräte bereits seitens der Apotheken bestellt wurden, sei unbekannt.

(wp/18MAR2022)

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